Was ein Mode-Reel wirklich kostet (und warum)

Wenn mich eine Brand zum ersten Mal anschreibt, kommt fast immer dieselbe Frage: „Was kostet ein Reel bei dir?" Und ehrlich – ich verstehe, warum die so schwer zu beantworten ist. Online findest du Preise zwischen 50 € und 5.000 € für scheinbar dasselbe Format. Also lass mich aufdröseln, was wirklich hinter den Zahlen steckt, wenn du einen Fashion Videograf für deine Marke buchst.

Warum es keine einfache Preisliste gibt

Der Markt in Deutschland ist breit: Ein einzelnes Social-Media-Video kostet je nach Konzept zwischen 300 € und 3.000 €, der Tagessatz eines professionellen Videografen liegt typischerweise bei 800 € bis 1.500 €. Diese Spannen stimmen alle – sie beschreiben nur unterschiedliche Dinge. Ein schnell abgefilmter Clip ist etwas anderes als ein cinematic Film mit Konzept, Licht und durchdachtem Schnitt.

Der Preis hängt also nicht vom Wort „Reel" ab, sondern davon, *was* du eigentlich buchst. Genau deshalb mache ich Angebote immer projektbezogen statt pauschal.

Was ich konkret nehme

Damit du eine ehrliche Orientierung hast – das sind meine Richtwerte. Der Endpreis hängt vom Umfang ab, aber so bekommst du ein Gefühl:

  • Einzelnes Reel / Kurzclip (einfach, du bringst Outfits und Location): ab 250–400 €
  • Cinematic Reel mit Konzept (Storyboard, Licht, aufwendiger Schnitt): ab 800–1.200 €
  • Content-Paket aus einem Drehtag (1 Hero-Film + 4–6 Cutdowns für Reels/TikTok + Behind-the-Scenes): ab 1.200–2.500 €
  • Drehtag / Tagessatz: ca. 900–1.400 €
  • Laufendes Monatspaket (z. B. 4 Reels pro Monat): ab 1.200–2.500 € im Monat

Das Content-Paket ist für die meisten kleinen Marken der beste Hebel: Aus einem Drehtag holst du vier Wochen Content – ein starker Film plus viele kurze Schnitte fürs tägliche Posten. Welche Formate sich dafür lohnen, zeige ich dir in 5 Reel-Konzepte für kleine Modemarken.

Warum ein spezialisierter Videograf – und kein Allrounder

Ich drehe ausschließlich Mode. Das heißt: Ich weiß, wie ein Mantel im Wind fallen muss, damit der Cut die Silhouette trägt. Ich weiß, welche Brennweite einen Look streckt und welche ihn breit macht. Und ich kenne den Unterschied zwischen einem Reel, das auf Conversion zielt, und einem, das fürs Brand-Image läuft.

Genau diese Erfahrung steckt in Projekten wie der Editorial-Produktion für Harper's Bazaar, der Kampagne für Anastasiya Brand oder den Clips für Pull&Bear und L'Osteria. Ein Allrounder, der heute Hochzeit, morgen Immobilie und übermorgen Mode dreht, hat dieses Auge nicht – und das siehst du im Ergebnis, meist schon in den ersten drei Sekunden, in denen entschieden wird, ob jemand scrollt oder bleibt.

Wie sich der Preis zusammensetzt

Wenn ich ein Angebot mache, baue ich es aus mehreren Bausteinen – das ist branchenweit ähnlich:

  • Pre-Production: Konzept, Moodboard, Shotlist, Location-Scouting
  • Crew: Bei kleineren Produktionen mache ich Kamera und Licht selbst, bei größeren kommen Assistenz, Stylist und MUA dazu
  • Drehtag(e): Tagessatz, Equipment, Anfahrt
  • Post-Production: Schnitt, Color Grading, Sound Design, ggf. Lizenzmusik
  • Nutzungsrechte: Organic Social ist günstig, Paid Ads und überregionale Kampagnen kosten Aufschlag

Jede Person am Set, jede Stunde Schnitt und jede Lizenz schiebt den Preis – deshalb ist das Gespräch über deinen konkreten Bedarf wichtiger als jede Pauschale.

Die versteckten Kosten, die viele unterschätzen

Ein paar Posten gehen gern unter, bis die Rechnung kommt:

  • Nutzungsrechte: Frag konkret nach Dauer und Kanälen. Ein Clip nur für Organic Social ist günstiger als einer, den du dauerhaft als Paid Ad schaltest.
  • Korrekturschleifen: Eine inklusive oder unbegrenzt – das ist ein Riesenunterschied im Aufwand.
  • Musikrechte: Lizenzmusik oder GEMA-pflichtige Tracks kosten extra (oft rund 100 €).
  • Anfahrt: Bei Drehs außerhalb fällt meist eine Kilometerpauschale an (üblich ab 0,40 €/km).
  • Wetter-Plan-B: Outdoor-Shoots brauchen eine Ausweichlösung – das gehört ins Angebot.

Worauf du bei der Auswahl achten solltest

Instagram ist ehrlich gesagt immer noch der beste Filter. Schau dir nicht nur das Showreel an, sondern auch die letzten zehn Posts – dreht die Person wirklich Mode oder „auch mal"? Frag im zweiten Schritt nach Referenzen von Marken in ähnlicher Größe wie deiner. Jemand, der nur mit Zalando und About You arbeitet, hat andere Prozesse als jemand, der mit kleinen, wachsenden Brands skaliert.

Wie ich arbeite

Ich bin deutschlandweit für Modemarken, Designer und Agenturen unterwegs und reise für Projekte auch international. Mein Fokus: Reels, Werbefilme und Editorial-Content für junge Modemarken – häufig zwischen 500 und 15.000 Followern. Das heißt, ich kenne eure Realität: kleine Budgets, große Ansprüche, schnelle Turnarounds. Ich sage dir transparent, was rein muss und was wir weglassen können, ohne dass die Qualität leidet.

Häufige Fragen

Was kostet ein einzelnes Reel?

Einfache Reels, bei denen du Outfits und Location stellst, beginnen ab 250–400 €. Cinematic Reels mit Konzept, Licht und aufwendigem Schnitt liegen ab 800–1.200 €. Der genaue Preis hängt vom Umfang ab.

Was ist günstiger – einzelne Reels oder ein Paket?

Für die meisten Marken lohnt sich ein Content-Paket: Aus einem Drehtag (ab 1.200–2.500 €) entstehen ein Hero-Film plus mehrere Cutdowns – das ist pro Clip deutlich günstiger als Einzelproduktionen.

Sind Nutzungsrechte und Schnitt im Preis enthalten?

Bei mir ja, im vereinbarten Rahmen. Wichtig ist, das vorab zu klären: Organic-Social-Rechte sind günstiger als dauerhafte Paid-Ad-Nutzung, und die Zahl der Korrekturschleifen sollte im Angebot stehen.

Arbeitest du deutschlandweit?

Ja. Ich bin für Modemarken, Designer und Agenturen in ganz Deutschland unterwegs und reise für Projekte auch international.

Wenn du gerade konkret planst und wissen willst, was dein Projekt kosten würde, schreib mir für ein unverbindliches Beratungsgespräch. Wir gehen dein Vorhaben durch – und am Ende hast du eine Zahl, die du wirklich einordnen kannst.