Was ein Mode-Reel wirklich kostet (und warum)

Wenn mich eine Brand zum ersten Mal anschreibt, kommt fast immer dieselbe Frage: „Was kostet ein Reel bei dir?" Und ehrlich – ich verstehe, warum die so schwer zu beantworten ist. Online findest du Preise zwischen 50 € und 5.000 € für scheinbar dasselbe Format. Also lass mich aufdröseln, was wirklich hinter den Zahlen steckt, wenn du einen Fashion Videograf für deine Marke buchst.

Warum es keine einfache Preisliste gibt

Der Markt in Deutschland ist breit: Ein einzelnes Social-Media-Video kostet je nach Konzept zwischen 300 € und 3.000 €, der Tagessatz eines professionellen Videografen liegt typischerweise bei 800 € bis 1.500 €. Diese Spannen stimmen alle – sie beschreiben nur unterschiedliche Dinge. Ein schnell abgefilmter Clip ist etwas anderes als ein cinematic Film mit Konzept, Licht und durchdachtem Schnitt.

Der Preis hängt also nicht vom Wort „Reel" ab, sondern davon, *was* du eigentlich buchst. Genau deshalb mache ich Angebote immer projektbezogen statt pauschal.

Was ich konkret nehme

Damit du eine ehrliche Orientierung hast – das sind meine Richtwerte. Eine Sache vorweg, weil sie fast alles erklärt: Ich drehe Mode am Menschen. Kleidung, die auf dem Bügel hängt, verkauft nicht. Deshalb steckt in jedem Content-Paket ein Model inklusive Make-up und Styling – und deshalb fange ich nicht bei 250 € an.

  • Content-Paket S (½ Drehtag, 3 Reels bis 20 s, 2 Looks, 1 Model inkl. Make-up und Styling): ab 1.390 €
  • Content-Paket M (1 Drehtag, 5 Reels, 3 Looks, 1 Model inkl. Make-up und Styling): ab 2.190 €
  • Kampagne (Konzept und Moodboard, Hauptfilm 30–45 s plus 3 Reels, Grading und Sounddesign): ab 2.690 €
  • Content-Retainer (4 Reels im Monat, feste Termine, Laufzeit ab 3 Monaten): ab 1.590 € im Monat
  • Fashion Show und Runway (1 Show, Highlight-Cut 60–90 s, 3 Reels): ab 1.090 €

Stellt deine Marke Model und Styling selbst, reduziert sich der Preis um 690 € beim halben und um 990 € beim ganzen Drehtag. Studiomiete kommt nur bei Studiodrehs dazu, je nach Stadt und Dauer 300 bis 600 € pro Drehtag zum Selbstkostenpreis. Alle Preise netto zzgl. 19 % Umsatzsteuer – die vollständige Aufstellung mit allen Zusätzen steht auf der Preisseite.

Das Content-Paket ist für die meisten kleinen Marken der beste Hebel: Aus einem Drehtag holst du vier Wochen Content – ein starker Film plus viele kurze Schnitte fürs tägliche Posten. Welche Formate sich dafür lohnen, zeige ich dir in 5 Reel-Konzepte für kleine Modemarken.

Warum ein spezialisierter Videograf – und kein Allrounder

Ich drehe ausschließlich Mode. Das heißt: Ich weiß, wie ein Mantel im Wind fallen muss, damit der Cut die Silhouette trägt. Ich weiß, welche Brennweite einen Look streckt und welche ihn breit macht. Und ich kenne den Unterschied zwischen einem Reel, das auf Conversion zielt, und einem, das fürs Brand-Image läuft.

Genau diese Erfahrung steckt in Projekten wie cinematischen Fashion-Produktionen, Fashion-Kampagnen für Brands und Clips für Gastronomie- und Lifestyle-Marken wie L'Osteria. Ein Allrounder, der heute Hochzeit, morgen Immobilie und übermorgen Mode dreht, hat dieses Auge nicht – und das siehst du im Ergebnis, meist schon in den ersten drei Sekunden, in denen entschieden wird, ob jemand scrollt oder bleibt.

Wie sich der Preis zusammensetzt

Wenn ich ein Angebot mache, baue ich es aus mehreren Bausteinen – das ist branchenweit ähnlich:

  • Pre-Production: Konzept, Moodboard, Shotlist, Location-Scouting
  • Crew: Bei kleineren Produktionen mache ich Kamera und Licht selbst, bei größeren kommen Assistenz, Stylist und MUA dazu
  • Drehtag(e): Tagessatz, Equipment, Anfahrt
  • Post-Production: Schnitt, Color Grading, Sound Design, ggf. Lizenzmusik
  • Nutzungsrechte: Organic Social ist günstig, Paid Ads und überregionale Kampagnen kosten Aufschlag

Jede Person am Set, jede Stunde Schnitt und jede Lizenz schiebt den Preis – deshalb ist das Gespräch über deinen konkreten Bedarf wichtiger als jede Pauschale.

Die versteckten Kosten, die viele unterschätzen

Ein paar Posten gehen gern unter, bis die Rechnung kommt:

  • Nutzungsrechte: Frag konkret nach Dauer und Kanälen. Ein Clip nur für Organic Social ist günstiger als einer, den du dauerhaft als Paid Ad schaltest.
  • Korrekturschleifen: Eine inklusive oder unbegrenzt – das ist ein Riesenunterschied im Aufwand.
  • Musikrechte: Lizenzmusik oder GEMA-pflichtige Tracks kosten extra (oft rund 100 €).
  • Anfahrt: Bei mir sind 100 km inklusive, danach kommen 0,55 € je Kilometer dazu, ab 250 km zusätzlich die Übernachtung.
  • Wetter-Plan-B: Outdoor-Shoots brauchen eine Ausweichlösung – das gehört ins Angebot.

Worauf du bei der Auswahl achten solltest

Instagram ist ehrlich gesagt immer noch der beste Filter. Schau dir nicht nur das Showreel an, sondern auch die letzten zehn Posts – dreht die Person wirklich Mode oder „auch mal"? Frag im zweiten Schritt nach Referenzen von Marken in ähnlicher Größe wie deiner. Jemand, der nur mit Zalando und About You arbeitet, hat andere Prozesse als jemand, der mit kleinen, wachsenden Brands skaliert.

Wie ich arbeite

Ich bin deutschlandweit für Modemarken, Designer und Agenturen unterwegs und reise für Projekte auch international. Mein Fokus: Reels, Werbefilme und Fashion-Content für junge Modemarken – häufig zwischen 500 und 15.000 Followern. Das heißt, ich kenne eure Realität: kleine Budgets, große Ansprüche, schnelle Turnarounds. Ich sage dir transparent, was rein muss und was wir weglassen können, ohne dass die Qualität leidet.

Häufige Fragen

Was kostet ein einzelnes Reel?

Einzeln verkaufe ich Reels nicht – ein halber Drehtag reicht ohnehin für drei Clips, und das ist pro Reel deutlich günstiger. Der Einstieg ist deshalb das Content-Paket S ab 1.390 € netto: drei Reels bis 20 Sekunden, zwei Looks und ein Model inklusive Make-up und Styling. Rechnerisch liegt ein Reel damit bei rund 460 €.

Was ist günstiger – einzelne Reels oder ein Paket?

Das Paket, und zwar deutlich. Content-Paket S kostet ab 1.390 € für drei Reels, Content-Paket M ab 2.190 € für fünf Reels aus einem ganzen Drehtag – rund 440 € je Clip. Der Aufwand vor und nach dem Dreh fällt nur einmal an, deshalb wird jeder zusätzliche Clip günstiger.

Sind Nutzungsrechte und Schnitt im Preis enthalten?

Bei mir ja, im vereinbarten Rahmen. Wichtig ist, das vorab zu klären: Organic-Social-Rechte sind günstiger als dauerhafte Paid-Ad-Nutzung, und die Zahl der Korrekturschleifen sollte im Angebot stehen.

Arbeitest du deutschlandweit?

Ja. Ich bin für Modemarken, Designer und Agenturen in ganz Deutschland unterwegs und reise für Projekte auch international.

Wenn du gerade konkret planst und wissen willst, was dein Projekt kosten würde, schreib mir für ein unverbindliches Beratungsgespräch. Wir gehen dein Vorhaben durch – und am Ende hast du eine Zahl, die du wirklich einordnen kannst.